Naturheilkunde für Kinder und Jugendliche
Naturheilkunde von Anfang an - vom Kinderwunsch bis zur Pubertät
Kinder entwickeln sich nicht erst nach ihrer Geburt. Manchmal beginnt die Begleitung bereits mit dem Wunsch nach einem Kind.
Vom Kinderwunsch über Schwangerschaft und Geburt, die ersten Lebensmonate und Kinderjahre bis hin zur Pubertät durchläuft der Körper immer wieder große Veränderungen. Jede dieser Phasen stellt andere Anforderungen an den Organismus – und manchmal braucht es Unterstützung, damit das Gleichgewicht wiedergefunden werden kann.
In meiner Praxis begleite ich deshalb Frauen mit Kinderwunsch ebenso wie Neugeborene, Kinder und Jugendliche.
Wenn der Wunsch nach einem Kind unerfüllt bleibt
Ein unerfüllter Kinderwunsch kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb steht für mich zunächst die individuelle Situation der Frau im Mittelpunkt.
Viele Frauen, die zu mir kommen, haben sich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt. Manche möchten eine hormonelle Kinderwunschbehandlung nicht oder noch nicht beginnen und suchen zunächst nach einem alternativen Weg. Andere befinden sich bereits in medizinischer Behandlung und wünschen sich zusätzlich eine naturheilkundliche Begleitung.
Dabei geht es nicht darum, eine notwendige gynäkologische oder reproduktionsmedizinische Diagnostik zu ersetzen. Vielmehr betrachte ich die Frau als Ganzes: Zyklus und hormonelle Situation ebenso wie Stoffwechsel, Ernährung, Schlaf, Belastungen und die persönliche Lebenssituation.
Ich durfte auf diesem Weg bereits Frauen begleiten, bei denen sich der Kinderwunsch schließlich erfüllt hat. Solche Erfahrungen sind schön – sie sind jedoch kein Versprechen. Denn gerade beim Kinderwunsch gibt es nicht den einen Weg, der für jede Frau gleichermaßen richtig ist.
Wenn der Start ins Leben schwierig war
Eine Geburt ist für ein Baby eine enorme körperliche Anpassungsleistung.
Innerhalb kürzester Zeit müssen Atmung, Kreislauf, Verdauung, Temperaturregulation und Nahrungsaufnahme eigenständig funktionieren. Nach einer langen, schwierigen oder belastenden Geburt gelingt diese Umstellung nicht jedem Neugeborenen gleichermaßen leicht.
Ich habe in meiner Praxis bereits Babys in ihren ersten Lebenstagen und -wochen begleitet, bei denen der Start ins Leben schwierig war.
Manche Babys sind ausgesprochen unruhig und schreien viel. Andere wirken auffallend müde und kraftlos oder haben Schwierigkeiten, ausreichend zu trinken. Auch nach einem ausgeprägteren Neugeborenenikterus kann sich die Frage stellen, wie das Kind seinen Weg in eine stabile Regulation findet.
Gerade bei Neugeborenen ist für mich eine Grenze sehr wichtig: Atemprobleme, ausgeprägte Trinkschwäche, ungewöhnliche Müdigkeit oder eine stärkere Gelbsucht müssen immer kinderärztlich beziehungsweise klinisch abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.
Naturheilkunde kann hier keine notwendige medizinische Versorgung ersetzen. Sie kann jedoch – wenn medizinisch vertretbar – eine ergänzende Begleitung sein.
Dabei interessiert mich nicht nur ein einzelnes Symptom. Ich möchte verstehen: Wie ist dieses Kind ins Leben gestartet, was hat es bereits bewältigen müssen und wobei braucht sein Organismus jetzt Unterstützung?
Unruhe, Schlaf und Konzentration im Kindesalter
Mit dem Älterwerden verändern sich die Themen.
Bei Klein- und Schulkindern begegnen mir beispielsweise Schlafstörungen, Ängste, innere Unruhe und Schwierigkeiten mit der Konzentration. Manche Kinder sind ständig in Bewegung, können nur schwer zur Ruhe kommen oder reagieren ausgesprochen sensibel auf äußere Einflüsse.
Mit Begriffen wie „hyperaktiv“ bin ich bewusst zurückhaltend.
Nicht jedes lebhafte Kind ist hyperaktiv. Nicht jedes Kind, das sich schlecht konzentrieren kann, hat automatisch eine Aufmerksamkeitsstörung. Und nicht jedes Verhalten, das für Erwachsene anstrengend ist, ist behandlungsbedürftig.
Deshalb schaue ich zunächst auf das Kind selbst: Wie schläft es? Wie isst es? Wie entwickelt es sich? Wann treten die Schwierigkeiten auf? Gibt es bestimmte Situationen, in denen sie stärker oder schwächer werden? Gibt es körperliche Beschwerden? Und wie geht es dem Kind mit seiner Situation?
Erst aus diesem Gesamtbild entwickelt sich die individuelle naturheilkundliche Begleitung.
Wenn die körperliche Entwicklung sehr früh beginnt
Gerade bei Mädchen kann eine sehr früh einsetzende körperliche Entwicklung eine besondere Herausforderung sein.
Der Körper beginnt sich zu verändern, obwohl das Kind emotional und in seiner gesamten Entwicklung möglicherweise noch an einem ganz anderen Punkt steht.
Begleitend können beispielsweise starkes Schwitzen, ein auffällig intensiver Körpergeruch, Veränderungen des Schlafes, Unruhe oder emotionale Schwankungen auftreten.
Wenn Pubertätszeichen ungewöhnlich früh beginnen, gehört dies selbstverständlich zunächst kinderärztlich beziehungsweise kinderendokrinologisch abgeklärt.
Sind behandlungsbedürftige Ursachen ausgeschlossen oder erfolgt bereits eine entsprechende medizinische Betreuung, kann zusätzlich geschaut werden, wie das Kind naturheilkundlich durch diese Entwicklungsphase begleitet werden kann.
Pubertät – eine enorme Leistung des Körpers
Die Pubertät ist keine Erkrankung. Sie ist eine Entwicklungsphase, in der der Körper Außergewöhnliches leistet.
Wachstum, hormonelle Veränderungen und Geschlechtsreife laufen parallel zu einer umfassenden Entwicklung des Gehirns. Gleichzeitig steigen häufig die Anforderungen in Schule und Alltag.
Es überrascht deshalb nicht, wenn Jugendliche zeitweise müder, weniger belastbar oder emotional unausgeglichener erscheinen. Auch Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen können in dieser Zeit eine Rolle spielen.
Entscheidend ist für mich die Unterscheidung: Was gehört zu einer normalen Entwicklung – und wann zeigt ein Jugendlicher, dass er Unterstützung braucht?
Auch hier steht deshalb nicht ein einzelnes Symptom im Vordergrund, sondern der gesamte junge Mensch und seine aktuelle Entwicklungsphase.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Dieser Satz beschreibt für mich einen wesentlichen Teil meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Ein Kind befindet sich in permanenter Entwicklung. Körperliche, emotionale und geistige Veränderungen greifen ineinander. Ein Symptom lässt sich deshalb nicht immer isoliert betrachten.
Naturheilkundliche Behandlung bedeutet für mich bei Kindern auch, sehr genau hinzuschauen und nicht vorschnell einzugreifen.
Dazu gehören eine ausführliche Anamnese, die Beobachtung der bisherigen Entwicklung und – wann immer erforderlich – die Zusammenarbeit mit Kinderärzten und anderen Fachrichtungen.
Naturheilkunde soll eine notwendige medizinische Versorgung nicht ersetzen. Sie kann aber eine zusätzliche Möglichkeit bieten, Kinder und Jugendliche individuell durch unterschiedliche Entwicklungsphasen zu begleiten.
Vom Kinderwunsch über die ersten Lebenstage und Kinderjahre bis zur Pubertät steht für mich deshalb immer dieselbe Frage im Mittelpunkt: Was braucht dieser Mensch gerade, um besser in sein eigenes Gleichgewicht zu finden?
Ihre Heilpraktikerin
Gabriele Oppermann









